
Selbstorganisierte Bildungsarbeit
zwischen neuen sozialen Bewegungen und öffentlichem Bildungssystem
eine explorative Bestandsaufnahme
Von der Nutzlosigkeit erwachsen zu werden, waren viele Menschen betroffen, die sich sozial und politisch bewegten, die sich und die Verhältnisse bedachten. Sie gehörten zur Gruppe der kritischen „Konsum-Kinder“.
Der größte Teil der ehedem schon erwachsenen Welt, d.h. die der Erwachsenen, vernichtet(e) nicht nur in der Gegenwart die Zukunft und die Vergangenheit, sondern sie schmückt sich zugleich - auf Geheiß der daran Verdienenden - mit käuflicher Jugendlichkeit.
Im Widerstand gegen diese Welt der Erwachsenen - im „Ganz-Anderen“,
„im Abseits“, in Nischen, in experimentellen Lebensformen, in selbstorganisierten Projekten und selbstverwalteten Betrieben - sind diese Kinder selbst erwachsen geworden. Die von ihnen ausgestalteten Lebens- und Arbeitswelten bestehen nunmehr seit über zwanzig Jahren. Von einem Ausschnitt dieser Welt - der selbstorganisierten Bildungsarbeit als Lern-, Arbeits- und Lebensort - handelt diese empirische Untersuchung.
Die Praxis der selbstorganisierten Bildungsarbeit wird überwiegend mit Zahlen erfasst und beschrieben, unter der Vorraussetzung gemeinsamer Symbolwelten zur Kennzeichnung des „Ist“ und des „Soll“.
Zahlen alleine sprechen nicht. Zur „Verdichtung“ der Darstellung und zum Erhalt der Kontraste zwischen Dialektischer Sprache und mono-logischer mathematischer Verarbeitung werden erhobene Daten in Schaubildern visualisiert. Diese Vorgehensweise ermöglicht zum einen komplexe Darstellungen, erfordert aber zum anderen die Einübung in neue Blickweisen.
Martin Beyersdorf
